Zimt

zimt

Neben dem vor allem im europäischen Raum beliebten Zimt „Canehl“ aus Sri Lanka, ehemals Zeylon, (Cinnamomum zeylanicum) existiert eine zweite Variation aus China: „Cassia“ oder“Kassie“ (Cinnamomum cassia), die in China selbst und in Amerika bevorzugt wird.

…Herkunft:

Kassie und Canehl-Zimt stammen beide ursprünglich aus dem südasiatischen Raum, wobei ersteres zu den ältesten Gewürzen der Welt zählt. Bereits seit über 4500 Jahren ist Kassie Bestandteil der chinesischen Küche und gelangte von dort nach Ägypten und Israel, später bis Griechenland und Rom. Im  Mittelalter kam Zimt erneut nach Europa, eingeführt von heimkehrenden Kreuzrittern.

Anfang des 16. Jahrhunderts brachten schliesslich portugiesische Seefahrer von ihren Entdeckungsreisen Zimt aus Sri Lanka mit. Damit hielt das Gewürz dauerhaft Einzug in die europäische Küche.

Erschwinglich – und so für alle Haushalte ein Gewinn – war er allerdings erst, nachdem 1853 das Handelsmonopol aufgehoben wurde, das Portugiesen, Holländer und Engländer Jahrhunderte lang in blutigen Auseinandersetzungen untereinander und mit der einheimischen Bevölkerung verteidigt hatten. Heute wird Zimt in verschiedenen Ländern kultiviert, darunter auch Java, Seychellen, Madagaskar, Sumatra und Martinique. Kassie wird vorwiegend in China, Vietnam, Zentralasien sowie Burma angebaut.

…Pflanzenfamilie:

Sowohl Zimt aus Sri Lanka als auch Kassie gehören zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceä).

…Verwendeter Pflanzenteil:

Verwendet wird die von der Aussenborke befreite Innenrinde des Zimt- oder Kassiebaumes. Bei Zimt aus Sri Lanka wird der Baum immer wieder beschnitten und die feine Innenrinde der Sprösslinge geerntet. Man schiebt sechs bis zehn so gewonnene Stücke ineinander, bündelt sie zu Rollen und lässt sie trocknen. Je dünner die Rinde, desto feiner das Aroma. Beim chinesischen Kassie wird die Innenrinde ausgewachsener Bäume verwendet. Sie ist dann ein bis drei Millimeter dick, etwas dunkler als Zimt aus Sri Lanka und kräftiger im Geschmack. Der „chinesische Zimt“ kommt zumeist gemahlen in den Handel. Auch die sogenannten „Kassienknospen“, die unreifen, kurz nach der Bluete
geernteten Früchte, können als Gewürz verwendet werden. Allerdings geschieht dies lediglich in China und in bestimmten Regionen Indiens.

…Geruch und Geschmack:

Süsser angenehmer Geruch, stark aromatischer und leicht süsser Geschmack. Chinesische Kassie kann leicht bitter schmecken. Die Früchte haben weniger Aroma, aber einen milden, süsslichen Geruch, der sich allerdings erst fein gemahlen entwickelt.

…Verwendungsart:

Gemahlen wird Zimt vielfach in Backwaren verwendet, er würzt ausserdem Milchreis, Eis, Bratäpfel und Obstsalate. Zimt harmoniert besonders mit Nelken, Kardamom, Ingwer, Lorbeerblatt, Kreuzkümmel, Piment, Vanille, Muskat und Kurkuma. Zwar würzt Zimt bei uns ausserdem gelegentlich auch Braten (Ente, Gans, Wild, Lamm und Sauerbraten), wird in der Tendenz aber eher im Zusammenhang mit Süssspeisen eingesetzt. Ausserdem können Tee, Kakao und Kaffee von seinem Aroma profitieren, ebenso Glühwein und Punsch. In Indien verwendet man Zimt zumeist ungemahlen, die Rindenstücke werden in heissem Öl gebraten, damit sie sich entrollen und ihr Geschmack freigesetzt wird. Danach „löscht“ man schnell mit Zutaten wie Tomaten, Zwiebeln oder Joghurt ab. Ebenfalls Verwendung findet Zimt in indischen Reisgerichten (biriyanis) und Rindercurries aus Sri Lanka. Kassie passt besser zu salzigen Gerichten.

Zimtpulver ist Bestandteil etlicher Gewürzmischungen, z.B. Garam Masala, Currypulver, dem saudi-arabischen Baharat, dem marokkanischen Ras el Hanout oder dem tunesischen Gâlat Dagga. Kassie ist auch im chinesischen Fünf-Gewürze-Pulver enthalten. Durch seinen warmen, angenehmen Geruch wird Zimt auch gerne als Räucherwerk verwendet.

…Heilwirkung:

Zimt kann bei Magenbeschwerden helfen, er wirkt gegen Blähungen und Verspannungen im Darm und lindert Infektionen in diesem Bereich. Ausserdem beruhigt Zimt Husten und Heiserkeit. Er gilt zudem als Aphrodisiakum und ist als solches wichtiges Element bei der Herstellung von erotischen Speisen.

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