Kichererbsen

KichererbsenHerkunft:

Ihre Heimat ist Vorder- und Südwestasien, wo sie bereits um 7000 v. Chr. verzehrt wurden. Der römische Dichter Plinius erläuterte schon die Vorzüge der Kichererbse in seinem 18. Buch und es ist bekannt, dass die Kaufleute aus Pompeji in Amphoren konservierte Kichererbsen in alle römisch besetzten Gebiete exportierten.

Ihren deutschen Namen hat die Hülsenfrucht hanseatischen Kaufleuten zu
verdanken; als sie die Frucht zum erstenmal in den Händen hielten, wurde diese von allen Seiten gründlich inspiziert. Zu ihrem grossen Vergnügen entdeckten die humorvollen Erbsenimporteure auf den ihnen bisher unbekannten Erbsen lachende Fratzen: Eine zipfelartig vorstehende Keimwurzel, die Nase, und darunterliegend eine leicht gekrümmte Kerbe, das kichernde Mundwerk. Also wurde die neue Frucht „Kichererbse“ getauft.

Geschmack und Sorten

KichererbsenKichererbsen haben einen köstlich nussigen Geschmack und die Farbskala dieser Hülsenfrüchte reicht von Gelb bis Rot oder Schwarz. Die verbreitetste Sorte ist eine gelblich-beige von der Grösse und Form einer Haselnuss, die andere ist bräunlich, von unregelmässiger Form und etwas kleiner und eckiger. Sie wird als orientalische Kichererbse bezeichnet.

Eigentlich sollte jeder gut sortierte Supermarkt die getrockneten Früchte führen, auf jeden Fall sind sie in jedem türkischen oder asiatischen Spezialladen zu finden.

Kichererbsen gibt es aus kontrolliert-biologischem Anbau, ohne Pestizide und künstlichen Dünger. Die äusserst wohlschmeckenden Kichererbsen gibt es auch in Dosen zu kaufen, sie erreichen jedoch bei weitem nicht das Aroma, die Frische und die Konsistenz von getrockneten Kichererbsen.

Kichererbsenmehl wird vor allem in der indischen Küche verwendet.

FalafelGesundheit

Wie alle Hülsenfrüchte sind die Kichererbsen besonders reich an Eiweiss und komplexen Kohlenhydraten, die langsam ins Blut übergehen und deshalb besser sättigen. Sie enthalten einen hohen Anteil an Ballaststoffen.

Nahrungsmittel mit löslichen Ballaststoffen sollten besonders bei erhöhten Cholesterinwerten vermehrt verzehrt werden, da sie überschüssiges Cholesterin im Darm binden können.

Die Kichererbsen enthalten viel Kalium, Magnesium, Phosphor und Eisen und
an „Extras“ findet man in der Kichererbse noch Phytöstrogene, eine Art
pflanzlicher Sexualhormone. Diese können bei reichlicher Aufnahme
Wechseljahrbeschwerden bei Frauen verbessern.

Kichererbsen gehören zu den Hülsenfrüchten, die am wenigsten Blähungen verursachen, so dass sie auch für „empfindliche“ Magen gut verträglich sind.

hummus_og_salatEinkauf und Lagerung

Kichererbsen sollten eine gleichmässige Grösse und Färbung haben und nicht zerbrochen oder gesprungen sein.

Wenn man Kichererbsen lose kauft, sollte man auch auf eventuelle
Insektenschäden achten; erkennbar sind die an nadelfeinen Einstichen.

Die Hülsenfrüchte in einem fest verschlossenen Behälter aufbewahren, so sind sie etwa 6 Monate haltbar. Neue Ware nie mit alter mischen, da sie ungleichmässig lange Kochzeiten haben.

Gekochte Kichererbsen halten sich noch gut drei Tage zugedeckt im Kühlschrank, man kann sie auch sehr gut einfrieren.

Zubereitung

Wenn man getrocknete Kichererbsen verwendet, muss man sie mindestens 12 Stunden einweichen, das heisst, man muss vorplanen. Deshalb gleich mehr einweichen und kochen und dann einfrieren, das spart viel Zeit.

Auf jeden Fall sollten die Kichererbsen vor dem Kochen verlesen werden. Dazu schüttet man sie auf ein Küchentuch und breitet sie darauf aus, so dass man kleine Steine und Verschmutzungen herauslesen kann.

Alle Kichererbsen, die im Einweichwasser an der Oberfläche schwimmen, wegwerfen.

Zum Einweichen sollte man die Kichererbsen gut mit Wasser bedeckt haben.

Zum Kochen frisches Wasser verwenden und eine kräftige Prise Salz und
eine halbe geschälte Knoblauchzehe dazugeben. Die Garzeit für eingeweichte Kichererbsen beträgt mindestens 30 bis 45 Minuten; im Dampfkochtopf nur ca. 5 Minuten.

Verwendung in der internationalen Küche

KichererbsensalatDie reifen Kichererbsen zu Brei verkocht, mit Olivenöl und Zitronensaft verrührt, sind in Italien und Spanien eine Fastenspeise. In Griechenland knabbert man sie geröstet, wie Nüsse, zum Ouzo. Kein orientalisches Mezze (Vorspeisentafel) ohne Hommos (Kichererbsenpaste) oder Falafel (frittierte Kichererbsengewürzbällchen), beides auf der Basis von Kichererbsen hergestellt. Auch in Eintöpfen und Suppen sind die Kichererbsen ein schmackhafter Bestandteil.

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